Eintrag 3: Erste Woche - alles neu!

Ein süßlicher Geruch liegt in der Luft. Wahrscheinlich wird an einem der Straßenstände Fleisch gebraten. Die Musik von der Bar nebenan mischt sich mit Gesprächen und dem Lärm der vorbeifahrenden Autos, Mopeds und Tuk-Tuks. Meine Mitfreiwilligen sind gerade unterwegs – Second Hand Kleidung kaufen. (Achtung: diesen Artikel habe ich schon am 31. August geschrieben, angekommen in Kambodscha sind wir am 23 August)

                                                       

Der Blick von unserem Balkon (ein schöner Ort zum Entspannen)

 

Die ersten Tage waren voll von neuen Eindrücken. Wir haben echt viel leckeres Essen probiert (und auch schon gekocht), waren auf dem Markt und haben verschiedene Teile Phnom Penhs gesehen. 

 

Der Tuol Tumpoung Markt (Russian Market) nahe unserer Wohnung 

Nachdem wir am Freitag losgeflogen und am Samstag angekommen sind, hatten wir den Sonntag frei, quasi als „Akklimatisationstag.“

Am Montag begann das Ankunftsseminar, welches bis Freitag ging und von unserer Landeskoordinatorin Lim organisiert wurde. Im Seminar lernten wir viel über Kambodscha, seine Geschichte und die Kultur der Menschen hier, insbesondere auch über kulturelle Fauxpas (Do’s and Dont’s) und wie man sie vermeiden kann. Dabei waren auch ein Mitarbeiter einer NGO und ein ehemaliger Süd-Nord Freiwilliger, der mit Brot für die Welt ein Jahr in Deutschland verbracht hatte und etwas Deutsch spricht. Außerdem haben wir eine mit der Landeskoordinatorin befreundete Familie kennengelernt, deren Tochter beim Seminar mitgeholfen hat. Interessanterweise fand das Seminar in einem Café statt. Weil wir Essen und Trinken bestellt hatten, war der Raum für uns kostenlos. Falls ihr mal in Phnom Penh seid, kann ich das Yaksa Café sehr empfehlen.


Am Donnerstag unternahmen wir eine Stadttour, bei der wir unter anderem den königlichen Palast (Kambodscha ist eine parlamentarische Monarchie), das Freiheitsdenkmal und ein Restaurant am Ufer des Mekong besucht haben.

        

Der Königspalast 

 

Die Kambodschaner, die wir bisher kennengelernt haben, sind wirklich daran interessiert uns ihr Land zu zeigen. Jeden Seminartag wurden wir verwöhnt mit leckerem Essen und Früchten, die ich zum ersten mal sah. Außerdem kochten wir mit der Landeskoordinatorin und der befreundeten Familie bei uns Zuhause auf kambodschanisch. Wir kochten Suppe und Lok-Lak (Rindfleisch mit süßer Soße und Reis), sowie ein weiteres Fleischgericht. Alles war sehr lecker! Was mich jedoch ziemlich überrascht hat, ist dass in (fast) jedes Essen Glutamat (in Kambodscha MSG genannt) hinzugegeben wird. Ich hab mich online ein wenig eingelesen. Glutamat soll anscheinend nicht so schädlich sein, wie man denkt, ich bin aber trotzdem noch etwas skeptisch und will mich weiter zu dem Thema informieren.

                 

Mit unserer Landeskoordinatorin gekochtes Khmer Essen (Photo von So Recknagel) 

 

Die meisten Eindrücke waren super, aber einige Sachen machen mir auch zu schaffen.

Zum einen möchte ich an dieser Stelle den Verkehr nennen.. Fußwege gibt es in unserem Stadtteil nicht, stattdessen teilen sich Fußgänger, Mopeds, Tuktuks und Autos die selbe Straße. Insbesondere am Anfang war ich echt überfordert von dem Verkehr. So langsam gewöhne ich mich daran, durch die Straßen zu navigieren finde ich aber immer noch recht anstrengend. Wenn man über die Straße gehen möchte, muss man einfach losgehen, dann lassen die anderen Verkehrsteilnehmer einen auch (meistens!) durch. 

  

Die Straßen von Phnom Penh

Tuk-Tuk fahren ist übrigens einfacher, als man denkt.  Als unwissender Barang (so werden europäische Ausländer hier in Kambodscha genant) mag man ja annehmen, dass man mit den Tuk-Tuk Fahrern feilschen muss. Dem ist aber nicht so. Stattdessen bestellt man sich über eine App (z.B. Grab oder PassApp) das nächste Tuk-Tuk, welches innerhalb einer irre kurzen Zeitspanne (von maximal einer Minute) eintrifft. Der Preis wird von der App nach Zeit und Kilometern berechnet.

Außerdem hat der Mangel an Parks, Grünflächen und generell ruhigen Rückzugsorten dazu beigetragen, dass ich die ersten Tage oft sehr müde war. Unser Stadtteil ist sehr dicht bebaut und sobald wir aus dem Haus gehen befinden wir uns auf einer Straße (bezüglich des Verkehrs, gerne den vorigen Absatz lesen ;)). Der nächste Park ist hingegen zwei oder drei Kilometer entfernt, also nicht so leicht für einen kleinen Abendspaziergang erreichbar. Hinzu kommt, dass wir zu viert in einer Wohnung leben und ich mir mit meinem Mitfreiwilligen Paul ein Zimmer und Bett teile. Zum Glück haben wir aber zwei Balkons und viele nette Cafés in der Nähe, in denen man sich entspannen kann. Außerdem werde ich hoffentlich mit meiner Organisation KCD einen Teil der Zeit auf dem Land verbringen.

                  

Khmer Essen mit den Freunden unserer Landesmentorin, im Hintergrund ist der Mekong zu sehen

 

Was mich aber begeistert ist die Gastfreundschaft mit der die Kambodschaner, die wir bisher kennengelernt haben, begegnet sind.

Ein Beispiel:

Am letzten Seminartag wollten Paul und ich das Nationalmuseum Kambodschas besuchen. Ein Tuk-Tuk brauchten wir nicht nehmen, denn die mit unserer Landeskoordinatorin Lim befreundete Familie bot uns an, das Museum zu zeigen. Auf dem Weg kam bei der Familie die Idee auf, uns die Stadt zu zeigen. Weil das Museum sowieso nur noch zwei Stunden aufhatte, stimmten wir zu. Wir sahen unter anderem auch sehr wohlhabende Stadtteile mit modernen Hochhäusern (und Fußwegen!). Ein Stadtteil war z.B. Paris nachempfunden.Wir fuhren über eine Brücke auf eine Insel mit schicken Neubauten und Parks. Am Am Ufer des Mekongs befindet sich dort eine Promenade, auf der wir spazierten und den Blick auf den Fluss, sowie die Ruhe genossen. Pünktlich um drei begann der tägliche Monsunregen und wir wurden in ein Café eingeladen. 

 

Paris oder Phnom Penh? 

 

Mit meinem Mitfreiwilligen Paul am Mekong 

 

Als wir fast Zuhause waren, hielten wir noch mal an einem Restaurant an (dem Restaurant, an dem wir auch schon am Ersten Abend mit unserer Landeskoordinatorin gegessen hatten!) und wurden wieder eingeladen. Mein Mittfreiwilliger Paul und ich waren noch satt vom Mittag und vom Croissant im Café, genossen aber trotzdem das kambodschanische Essen.

Am nächsten Tag waren wir übrigens von der selben Familie auf einer Feier eingeladen...

 

Nicolas Minke 

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